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Seminare

Vergaberecht mit Blick nach vorn (S1)

12.10.2005, 12.30 bis 16.30 Uhr

„Vergaberecht mit Blick nach vorn“

Evaluatorinnen und Evaluatoren sind genuin auch mit Fragen der Auftragsvergabe konfrontiert. Die Diskussionen der vergangenen Jahre innerhalb der DeGEval haben gezeigt, dass das Wissen sowohl über die rechtlichen Voraussetzungen der Auftragsvergabe als auch bzgl. ihrer praktischen Umsetzung sehr heterogen ist. Nicht zuletzt ist in diesem Zusammenhang eine Diskrepanz zwischen formalen Regelungen und praktischer Handhabung zu vermuten. Entsprechendes Wissen ist nicht unerheblich für Erfolg oder Misserfolg bei der Bewerbung um ausgeschriebene Projekte auf unterschiedlichen Ebenen. Das Seminar bietet einen  Überblick zu aktuellen und zukünftigen Fragen und Praxisproblemen bei der öffentlichen Auftragsvergabe anhand von Fallbeispielen.

Es behandelt dabei einzelne Kernfragen des Vergaberechts und bietet den Teilnehmern Gelegenheit, aktiv an der Lösung von Fallbeispielen mitzuwirken.

Im Blickpunkt stehen u.a. folgende Fragen:

  • Warum ausschreiben? - Rechtliche Grundlagen und Grundsätze des Vergaberechts
  • Wer hat das Vergaberecht zu beachten?
  • Was ist ein öffentlicher Auftrag?
  • Welche Vergabearten gibt es und wie erfolgt die Wahl der richtigen Vergabeart?
  • Wie läuft die Vorbereitung und Durchführung von Vergabeverfahren praktisch ab?
  • Was ändert sich im Vergaberecht ab 2006? Welche neuen Möglichkeiten bietet das „moderne“ Vergaberecht?
  • Was ist elektronische Vergabe?

Die Teilnehmer sollen mit dem Seminar dafür sensibilisiert werden, Probleme und „Fallstricke“ des Vergaberechts, aber auch dessen Nutzen und Chancen zu erkennen. Im Vordergrund steht bei den Fragestellungen stets der Blick auf das neue europäische Vergaberecht, das bis zum 31.01.2006 in deutsches Recht umgesetzt werden muss.

Durchführung

Regierungsrat z.A. Eberhard Graef ist Referent für Vergabe- und Vertragsrecht beim Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern. Er ist dort als Jurist für das Projekt „Öffentlicher-Eink@uf-Online“ und als Mitglied in der Projektgruppe „Neues Vergaberecht“ tätig.

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Integrative Forschung und Meta-Analyse (S2)

12.10.2005, 12.30 bis 16.30 Uhr

Integrative Forschung und Meta-Analyse

Inhalt und Ziel
Der Workshop soll in konzeptionelle und methodische Forschungsgrundlagen und Probleme integrativer Forschung und speziell meta-analytischer Arbeiten einführen. Die Meta-Analyse ist eine besondere Form der sekundäranalytischen Forschung, bei der quantitative Daten unterschiedlicher Studien zu einer Fragestellung möglichst umfassend, unverzerrt und mit Hilfe statistischer Verfahren zusammen gefasst werden.
Meta-Analysen haben sich in den letzten Jahren zu einem häufig verwendeten Ansatz in der Evaluation sozialwissenschaftlicher Programme etabliert. Mittlerweile liegen zahllose Publikationen zu vielfältigen Fragestellungen in unterschiedlichen Fachdisziplinen vor. Meta-Analysen haben als Forschungsansatz im Vergleich zu Primärstudien nicht nur den Vorteil, im Sinne einer Validitätsgeneralisierung von Forschungsergebnissen zu wirken. Sie eignet sich mit ihrem Ziel der zusammenfassenden Forschungssynthese auch bestens als Informationsgrundlage für politische Entscheidungsprozesse oder zur Information von politischen Entscheidungsträgern, die sich aus vielfältigen Gründen nicht vertieft mit den zum Teil widersprüchlichen Ergebnissen von Einzeluntersuchungen auseinandersetzen wollen oder können.

Eine Rezeption und Nutzung integrativer oder meta-analytischer Forschungsergebnisse zu den genannten Zwecken setzt allerdings weit reichende Kenntnisse der methodischen, konzeptionellen und statistischen Grundlagen sowie den methodologischen Problemstellungen dieses Forschungsprogramms voraus.

Konzept
Vor diesem Hintergrund versteht sich der Workshop als Einführung in die Methoden und grundlegenden Vorgehensweisen eines integrativen Forschungsreviews. Es werden zunächst das Vorgehen einer quantitativen Meta-Analyse im Rahmen eines allgemeinen sekundäranalytischen Forschungsmodells vorgestellt. Danach erfolgt eine exemplarische Durchführung einer Meta-Analyse einschließlich praktischer Übungen (z.B. Kodierung und Auswertung von Primärstudien nach meta-analytischer Technik). Schließlich werden methodische Probleme, Grenzen und Beurteilungskriterien zur Bewertung von Meta-Analysen vorgestellt.

Der Workshop soll die Teilnehmer in die Lage versetzen, Meta-Analysen kritisch zu lesen und zu bewerten. Darüber hinaus sollen die Teilnehmer einen Einblick in die Durchführung einer Meta-Analyse bekommen. Voraussetzungen für die Teilnahme sind Grundkenntnisse in quantitativer sozialwissenschaftlicher Methodik.

Literaturhinweise

  • Beelmann, A. & Bliesener, T. (1994). Aktuelle Probleme und Methoden der Metaanalyse. Psychologische Rundschau, 45, 211-233.
  • Lipsey, M. W. & Wilson, D. B. (2001). Practical meta-analysis. Thousand Oaks: Sage.
    Rustenbach, S. J. (2003). Metaanalyse. Eine anwendungsorientierte Einführung. Bern: Huber.

Durchführung
Andreas Beelmann hat die DFG Forschungsprofessur für Forschungssynthese, Intervention und Evaluation am Institut für Psychologie der Universität Jena inne.

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Die Nutzung von Evaluations-Rückmeldungen bewusst gestalten (S3) AUSGEBUCHT

12.10.2005, 12.30 bis 16.30 Uhr

Die Nutzung von Evaluationsrückmeldungen bewusst gestalten (DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT)

Inhalt und Ziel
Sinn und Bedeutung von Evaluation werden oft dadurch begründet, dass die Ergebnisse einer Evaluation zur Verbesserung der Praxis in Organisationen genutzt werden sollen. Die tatsächlichen Nutzungsprozesse und der Gewinn einer Auseinandersetzung mit Ergebnissen stellen sich jedoch nicht selten als problematisch heraus.
Vor diesem Hintergrund widmet sich der Workshop dem Thema, wie die Nutzung von Evaluationsergebnissen zur Verbesserung der Praxis in Organisationen gefördert werden kann. Dazu wird auf vier Ansatzpunkte fokussiert:

  1. Die Auswahl von Informationsbereichen, als Möglichkeit der Steuerung von unterschiedlichen Formen organisationalen Lernens.
  2. Die Aufbereitung und Gestaltung von Information vor dem Hintergrund der Verständlichkeit und des Setzens von Anreizen zur Auseinandersetzung
  3. Die Rolle externer Beratung als Garant für Verbindlichkeit der Prozesse und für methodische Korrektheit in der Interpretation
  4. Die Beachtung organisationsinterner Gegebenheiten als Voraussetzungen für die Gestaltung von Nutzungsprozessen

Konzept
Zu diesen vier Ansatzpunkten wird es im Verlauf des Workshops jeweils strukturierte Inputs geben. Im Anschluss an die Inputs folgt nach Punkt 1. und 2. ein kurzer Erfahrungsaustausch mit Diskussionsmöglichkeit. Nach Punkt 3. und 4. findet eine Trainingseinheit statt, in deren Verlauf die Teilnehmer eigene Lösungen erproben und vergleichen können.

Die Beispiele, anhand derer der Workshop entwickelt wurde, sind dem Bildungsbereich (Schulen, Schulaufsicht, Lehrer/-innenbildung) entnommen.

Durchführung
Dr. Hermann Josef Abs, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Frankfurt am Main (www.dipf.de), aktuelle Arbeitsbereiche: Evaluation des BLK-Modellprogramms « Demokratie lernen und leben »; Evaluation der zweiten Phase der Lehrerbildung

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011