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Block D

Evaluation und Effektivität von Schule und Unterricht II (D1)

14.10.2005, von 10.30 bis 12 Uhr

Evaluation und Effektivität von Schule und Unterricht II

veranstaltet vom AK Schulen

In diesem Workshop geht es um multiperpektivische Schulevaluation auf unterschiedlichen Systemebenen.

Das im ersten Teil des Workshops dargestellte Instrument zur Bestandsaufnahme der Unterrichtsentwicklung an Schulen ist Bestandteil des IBUS-Inventars (Inventar zur Beurteilung von Unterricht an Schulen). Es bezieht sich auf die Schulebene, wird im Rahmen der Selbstevaluation eingesetzt und generiert Prozessdaten zur Unterrichtsentwicklung. Ausgangspunkt der Konstruktion dieses Instruments der Prozessevaluation ist die Anforderungsstruktur der Lehrerarbeit, die sich aus dem psychologischen und dem soziologischen Charakter des Unterrichts ergibt.

Das Instrument zur Beurteilung der Unterrichtsentwicklung, das einen Lehrer- und einen Schülerfragebogen umfasst, nimmt folgende zentrale Faktoren für Qualitätsentwicklung durch professionelles Wissensmanagement in den Blick:

· Leitbild vom guten Unterricht: Hier geht es um die Explizierung und Abstimmung subjektiver Theorien im Hinblick auf inhaltliche Konzepte, berufsethische Positionen, normative Grundüberzeugungen zu Fragen von Bildung, Erziehung und Lernen im Hinblick auf die Kernaufgabe Unterricht.

· Professionalisierung: Thematisiert werden die Entwicklung von Expertenwissen, das in der Regel als implizites Wissen vorliegt durch Wissenssharing, Fort- und Weiterbildung, also um den Kernbereich der Unterrichtsentwicklung.

Im zweiten Teil des Workshops wird die Evaluation einer strukturellen Veränderung des Schulwesens in einem Bundesland in den Mittelpunkt gestellt. Die niedersächsische Orientierungsstufe gehört inzwischen der Vergangenheit an. Im Schuljahr 2003/2004 trat der letzte Jahrgang in die Orientierungsstufe ein; bereits zum Schuljahr 2004/2005 gingen diese Schüler auf die entsprechenden Schulformen der Sekundarstufe über. Damit wurde in Niedersachsen eine Schulform verabschiedet, die vor gut 30 Jahren mit großem Reformeifer eingeführt wurde. Die bildungspolitischen Zielvorstellungen umfassten damals die Begriffe Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit. Wenn es auch scheint, dass diese heute keine bildungspolitischen Handlungsprioritäten mehr darstellen, so trifft dies nicht auf die gesellschaftliche Realität zu.  Dies zeigen mit großer Eindrücklichkeit Befunde der der IGLU-Studie, denen zufolge sich die Lesekompetenzen der Schüler mit unterschiedlichen Grundschulempfehlungen am Ende der Grundschule beträchtlich überschneiden. Offenbar gelingt es der Grundschule nicht, eine leistungsgerechte Verteilung der Schüler auf die anschließenden Bildungsgänge zu erreichen. Zudem werden Übergangsempfehlungen auch von nicht-leistungsabhängigen Merkmalen, wie der sozialen Herkunft und dem Geschlecht bestimmt. An dieser Stelle kann gefragt werden, ob dann möglicherweise mit der Orientierungsstufe eine Schulform abgeschafft wird, mit deren Hilfe gerade die auch aktuell als dringlich empfundenen Probleme gelöst werden könnten. Eine Evaluationsstudie, die im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums von der Universität Erfurt und dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (Frankfurt) durchgeführt wurde, soll hier Aufschluss bieten.

Referenten: PD Dr. Felicitas Thiel, Daniela Ulber, FU Berlin, Claudia Schuchart, Universität Wuppertal

Moderation: Prof. Dr. Karl-Oswald Bauer, Universität Osnabrück

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Gender Mainstreaming und Evaluation (D2)

14.10.2005, von 10.30 bis 12 Uhr

Gender Mainstreaming und Evaluation

veranstaltet von einer adhoc-Gruppe Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming als eine Top-Down-Strategie erfasst immer weitere Bereiche der Gesellschaft. Dies reicht von der Berücksichtigung der sozialen Geschlechter bei der Verkehrsplanung in Stadtteilen bis hin zu Genehmigungskriterien bei der Bewilligung von Finanzen für E-Learning-Projekte. Auch für die Evaluation hat die Existenz unterschiedlicher Geschlechter mehrere Auswirkungen, die von der Zusammenstellung von Evaluationsteams über die Berücksichtigung bei der Entwicklung von Befragungswerkzeugen bis hin zur Auswertung und Interpretation der Evaluationsergebnisse reichen. Der Workshop soll dazu dienen, den Diskussions- und Forschungsbedarf in diesem Bereich festzustellen und ggf. weitere Schritte zu planen.

Moderation: Marc Jelitto, Fernuniversität Hagen

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Zwischen Modell und Mythos: Wirkungszusammenhänge in der Regional- und Umweltentwicklung (D3)

14.10.2005, von 10.30 bis 12 Uhr

Zwischen Modell und Mythos: Wirkungszusammenhänge in der Regional- und Umweltentwicklung

veranstaltet von den AKs Stadt- und Regionalentwicklung,  Umwelt und Strukturpolitik

Eine zentrale Herausforderung der Evaluationspraxis liegt in der Abschätzung von Wirkungen und Wirkungsursachen. Für die Politikfelder der Strukturpolitik, Stadt-, Regional- und Umweltentwicklung liegen jedoch keine umfassenden, allgemein akzeptierten Wirkungsmodelle vor. Aufgrund der Einflüsse unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen ist die Bandbreite der genutzten (Partial-)Ansätze groß.

Die Veranstaltung soll deshalb dazu dienen, als einen ersten Schritt ein besseres gegenseitigen Verständnis für unterschiedliche Zugänge zu Wirkungsmodellierungen (quantitativ-deterministisch, indikatorengestützt etc.) zu erhalten und den Kommunikations- und Austauschprozess unterstützen.

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt:

  • Welche Wirkungsmodelle kommen in den o.g. Handlungsfeldern zur Anwendung?
  • Wo liegen die Ursachen für unterschiedliche Anwendungen und Formalisierungsgrade?
  • Wo bestehen Anknüpfungspunkte, im besten Falle Schnittstellen zwischen unterschiedlichen modellhaften Vorstellungen?
  • Wie sind die Wirkungsmodelle mit Steuerungsansätzen verknüpft?
  • Welcher Forschungs- und Handlungsbedarf lässt sich aus den Erkenntnissen ableiten?

In der Veranstaltung werden durch noch zu benennende externe Referenten drei Positionen dargestellt. Diese bieten die Grundlage für weiterführende Diskussionen.

Moderation:
Prof. Dr. P. Sedlacek, Universität Jena, Institut für Geographie

Impulsstatements:

Dr. Stefan Meyer (MR Regionalberatung GmbH, Delmenhorst)
Dipl.-Ing. S. Elbe (Sprint-Consult, Darmstadt)
Prof. Dr. Thomas Weith (Universität Potsdam, Institut für Geographie)

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Wandel von Qualitätssicherungsinstrumenten in Hochschulen vor dem Hintergrund des Bologna-Prozesses (D4)

14.10.2005, von 10.30 bis 12 Uhr

Wandel von Qualitätssicherungsinstrumenten in Hochschulen vor dem Hintergrund des Bologna-Prozesses

veranstaltet vom AK Hochschulen

Kurzbeschreibung:
Die These ist, dass sich die bisherigen Instrumente zur Qualitätssicherung – seien es nun historisch überkommene oder in den letzten zehn Jahren neu eingeführte – vor dem Hintergrund der gestuften Studienabschlüsse sowohl in ihrer Zielsetzung und Struktur als auch im Verfahren verändern. Besonders die auf die Qualitätssicherung im Hochschulunterricht zielenden Instrumente wie Evaluation und Akkreditierung sollen hier im Mittelpunkt stehen.

Referenten:
1. Dr. Thomas Köcher (Universität Bremen): Prozessqualität in Lehre und Studium – Der Modellversuch zur Prozessakkreditierung aus der Sicht der Universität Bremen
Abstract:
Im Dezember 2004 startete das Pilotprojekt „Prozessqualität in Lehre und Studium – Konzeption und Implementierung eines Verfahrens der Prozessakkreditierung“ der HRK/ Projekt Q. Die Projektpartner (die Fachhochschulen Erfurt und Münster, die Universitäten Bayreuth und Bremen und die Akkreditierungsagentur ACQUIN) erarbeiten darin ein Verfahren zur Optimierung der Entwicklung und Umsetzung von Studienangeboten. Im Workshop soll über den Stand des Projektes und die ersten Einschätzungen berichtet werden.

2. Hermann Reuke (ZEvA): Von der Fachevaluation zur institutionellen Qualitätssicherung
Abstract:
Die Fächer bezogene Evaluation von Lehre und Studium hat wichtige Beiträge zur Qualitätssicherung von Lehre und Studium geliefert. Allerdings hat sie gezeigt, dass ein Konzept, das vorwiegend auf das Ende der Verantwortungskette fokussiert ist, wichtige Aspekte ausblendet. Die institutionelle Evaluation will diesen Mangel beheben und setzt dort an, wo die Verantwortung für die Systemsteuerung liegt: bei den Hochschul- und Fakultätsleitungen.

3. PD Dr. Felicitas Thiel / Dipl. Psych. Irmela Blüthmann / Dr. Markus Ficzko (Freie Universität Berlin): Neue Instrumente zur Evaluation von Studium und Lehre im Rahmen von Bachelor- und Masterstudiengängen – Das Frageinventar zur Erfassung der studienbezogenen Lernzeit (FELZ)
Abstract:
Anders als in Diplom- und Magisterstudiengängen sind in den Bachelor- und Masterstudiengängen nicht Semesterwochenstunden, sondern Leistungspunkte die Bezugsgröße für die Organisation des Studiums. Ein Leistungspunkt beruht auf der Workload (Arbeitsaufwand) von 30 Stunden. Zentrales Ziel des neu entwickelten Frageinventars FELZ ist die Überprüfung der Passung zwischen der festgelegten Workload und der tatsächlichen, empirisch beobachtbaren Workload eines durchschnittlichen Studierenden.
Im Beitrag wird das entwickelte Instrument vorgestellt sowie Ergebnisse aus dem semesterbegleitenden Pretest an der Freien Universität Berlin im Sommersemester 2005 präsentiert.

4. Dr. Michaela Brohm (Universität Münster): Kompetenzmessung in den Bachelor- und Masterstudiengängen
Abstract:
Kompetenzmessung wird in diesem Beitrag als wesentliches Instrument zur Output-Evaluation von Lehre verstanden. Da 'Kompetenz' ein theoretisches Konstrukt ist, das nur kontextgebunden besteht und die Messungen derselben nicht auf die Tiefenstruktur, sondern lediglich auf die Performanz – die Entäußerung der inneliegenden Strukturen – zielt, erweist sich Kompetenzmessung als schwieriges Unterfangen. Der Beitrag skizziert die methodologischen Grundlagen der Messung fachlicher, sozialer und personaler Kompetenzentwicklung im Rahmen der Bachelor- und Masterstudiengänge.

Moderation:
Dr. Karin Fischer-Bluhm

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Professionalisierung und Wirksamkeit von Evaluation in der öffentlichen Verwaltung (D5)

14.10.2005, von 10.30 bis 12 Uhr

Professionalisierung und Wirksamkeit von Evaluation in der öffentlichen Verwaltung: das Beispiel kriminalpräventiver Maßnahmen (in Kooperation mit dem AK Aus- und Weiterbildung)

veranstaltet von den AKs Aus- und Weiterbildung und Verwaltung

Zunächst werden im Rahmen des Workshops kurz die „Empfehlungen zur Aus- und Weiterbildung in der Evaluation“ als Konzeptvorschlag für eine Diskussion darüber, wie in der Verwaltung Evaluationen professionell und wirksam gestaltet werden können, präsentiert. Sodann ist ein Praxisbericht geplant, der den Stand und die Herausforderung der Professionalisierung von Evaluation auf Landesebene im Bereich der Kriminalprävention schildert. Die Empfehlungen und der Praxisbericht sollen eine Diskussion unter allen Beteiligten anregen, mit dem Ziel, den Bedarf an Professionalisierung von Evaluation in der öffentlichen Verwaltung zu eruieren sowie konkrete Umsetzungsschritte in einzelnen Institutionen darzustellen. Zudem sollen Bewertungskriterien für professionelle und wirksame Evaluationen in der öffentlichen Verwaltung aus Sicht der Teilnehmer diskutiert werden.

Beiträge:

(1) Marcus Kober (Europäisches Zentrum für Kriminalprävention e.V., http://www.ezkev.de): Wirkungen der Kriminalprävention - Konsolidierung einer Evaluationskultur? 

(2) Dr. Astrid Libuda-Köster (www.ipse-nrw.de): Evaluationsdesigns - Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch und praktischem Erfolg

(3) Annegret Böhm (Zentralstelle Evaluation des LKA NRW): Evaluation und Evaluatoren im Bereich der Kriminalprävention: Anforderungsprofile und Professionalisierungsbedarf

Moderation: Dr. Sabine Kuhlmann (Ruhr-Universität Bochum) und Dirk Scheffler (AK Aus- und Weiterbildung)

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Wirkungsanalysen in der Praxis der Entwicklungszusammenarbeit II (D6)

14.10.2005, von 10.30 bis 12 Uhr

Wirkungsanalysen in der Praxis der Entwicklungszusammenarbeit II – vorgestellt und diskutiert anhand ausgewählter Evaluationsbeispiele

veranstaltet vom AK Entwicklungspolitik

Die Evaluation von Wirkungen stellt in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) traditionell ein zentrales Thema dar, da die EZ in der Regel zur nachhaltigen Veränderung von Strukturen, Prozessen und Verhaltensweisen beitragen will. In den letzten Jahren ist eine verstärkte Hinwendung zu dem Thema Wirkungen in der Planung und Durchführung von Projekten und Programmen zu beobachten. Damit einher gehen höhere Erwartungen an die Wirksamkeit der entwicklungspolitischen Tätigkeiten. Die Konzepte in der EZ werden zunehmend komplexer indem sie z.B. verschiedene Interventionsebenen miteinander verbinden, Akteursnetzwerke bilden und Programme anstelle von Projektansätzen verwenden. Dadurch steigen auch die Anforderungen an die Evaluation. Im Rahmen der Frühjahrstagung des AK wurden theoretische und methodische Ansätze zur Wirkungsevaluation vorgestellt. Im Rahmen der Veranstaltung der DeGEval-Jahrestagung sollen nun ausgewählte Studien zur Wirkungsevaluation in der EZ als „best practice“-Beispiele vorgestellt und diskutiert werden.

Leitung/Moderation: Prof. Dr. Reinhard Stockmann, Theo Mutter

Kontakt: Dr. Stefanie Krapp, s.krapp@ceval.de

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011