Sie sind hier:Home»Veranstaltungen»Jahrestagungen»Tagungsarchiv»Essen 2005»Programm»Block C

Block C

Staatliche Regulierung von Verwaltungsreform: Evaluation als Schlüsselkonzept? (C1)

14.10., von 8.30 bis 10 Uhr

Staatliche Regulierung von Verwaltungsreform: Evaluation als Schlüsselkonzept?

veranstaltet vom AK Verwaltung

Die Nutzung von Evaluation und Leistungsmessung als Instrument zur staatlichen Steuerung kommunalen Handelns gewinnt im In- und Ausland immer mehr an Bedeutung. Galten in Deutschland bislang die Kommunen als Vorreiter und Initiatoren der Verwaltungsmodernisierung, ergreifen neuerdings zunehmend die Landesregierungen die verwaltungspolitische Initiative. Diese gesetzgeberischen Vorstöße, etwa zur Reform des kommunalen Finanzmanagements, sind darauf gerichtet, „Selbstevaluation“ und Leistungsmessung in Kommunalverwaltungen verbindlich einzuführen. Controlling, Kosten- und Leistungsrechnung und Produkthaushalte werden gesetzlich vorgeschrieben und zur lokalen „Reformpflicht“. Leistungsindikatoren, Produktkennzahlen und Kosten-/Nutzen-Analysen sollen zum institutionellen Standard „vor Ort“ werden und den staatlichen Geldgebern – angesichts knapper Kassen – eine   „objektivierte“ Basis für Ressourcenallokationen bieten.

Vor diesem Hintergrund verfolgt der geplante Workshop eine doppelte Zielstellung. Zum einen soll die Rolle von Evaluation und Performance Measurement als (staatliches) Kontroll- und Regulierungsinstrument diskutiert werden. Zum andern soll nach den Wirkungen staatlicher Verwaltungspolitik in den Kommunen gefragt werden. Bezogen auf den deutschen Kontext geht es dabei vor allem um aktuelle landesgesetzgeberische Initiativen (z.B. zur Reform des kommunalen Finanzmanagements), vermittels derer die kommunale Ebene zunehmend gefordert und in die Pflicht genommen wird, Verfahren von Selbstevaluation, Controlling, Berichtswesen und Kosten- und Leistungsrechung zu implementieren, um lokales Handeln gegenüber staatlichen Instanzen zu dokumentieren bzw. zu legitimieren. Es soll zum einen der Frage nachgegangen werden, welche konkreten (landes-)gesetzlichen Strategien und Initiativen verfolgt werden, um die Installierung von „Selbstevaluation“ und Leistungsmessung in Kommunalverwaltungen voranzutreiben. Zum andern soll eruiert werden, welche Reaktionen diese Initiativen in den Kommunen tatsächlich auslösen. Folgende Fragen scheinen besonders diskussionswürdig:
- Haben die verwaltungspolitischen Aktivitäten der Länder in Richtung lokaler Verwaltungsmodernisierung nachweisbar zugenommen?
- Welche konkreten verwaltungspolitischen Strategien werden dabei verfolgt?
- Wie greifen die kommunalen Akteure die staatlichen Rahmenvorgaben auf? Gibt es Widerstände oder Blockaden?
- Gewinnen Evaluation und „Performance Measurement“ in den Kommunen durch staatliche Regulierung tatsächlich an Bedeutung?
- Sind die landesgesetzlichen „Reformvorgaben“ kompatibel mit oder konträr zu bereits laufenden bzw. abgeschlossenen lokalen Reformprojekten (etwa „Neues Steuerungsmodell“)?
- Kommt es zur Verschärfung staatlicher Kontrolle und Steuerung in den Kommunen und welche Reaktionen ergeben sich daraus?
- Lassen sich vermittels staatlicher Verwaltungspolitik die Reichweite und Nachhaltigkeit kommunaler Verwaltungsmodernisierung steigern?

Beiträge:

(1) Prof. Dr. Junkernheinrich (Brandenburgische Technische Universität Cottbus): Gesetzliche Normierung kommunaler „Selbstevaluation“: Landesgesetzgebung zum kommunalen Finanzmanagement

(2) Reiner Allerdissen (Zentraler Controller der Stadt Detmold): Zwischen staatlich „verordneter“ und lokaler Verwaltungsmodernisierung: das Beispiel der Stadt Detmold

(3) Dr. Daniel Tsygankov (Staatsuniversität - Hochschule für Ökonomie Moskau): Evaluierung im Public Sector Russlands: ein neues Steuerungsinstrument für Staat und Kommunen?

Moderation: Dr. Sabine Kuhlmann, Ruhr-Universität Bochum

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Workshop Medienevaluation (C2)

14.10.2005, von 8.30 bis 10 Uhr

Workshop Medienevaluation

veranstaltet vom AK Medien

Der Workshop ist zweigeteilt. Zuerst findet ein E-Learning-Vortrag statt, anschließend wird über die Zukunft des Arbeitskreises diskutiert.

1. Vortrag
"Evaluation mediengestützter Lernprozesse - sind theoretische Konstrukte messbar?"
Annabell Preussler, FernUniversität in Hagen, www.annabellpreussler.de

Mediengestützes Lernen bzw. E-Learning sind uneingeschränkt up to date. Offenbar scheint sich alles, was „E“ ist – also E-Learning, E-Education, E-Inclusion, E-Government usw. – gut zu vermarkten. Doch wo liegen die Vorteile von E-Learning? Warum soll es besser sein als traditionelles Lernen? Dies sind Fragen, die sich immer wieder stellen und die mit wissenschaftlichen Studien beantwortet werden sollen. E-Learning sei einfacher, verständlicher, knüpfe an den Erfahrungshorizont der Lernenden an, sei realitätsnaher, kostengünstiger, motivierender, schlichtweg effektiver als traditionelles Lernen. Ist es das tatsächlich und wenn ja, wie ist das messbar? Wird durch E-Learning höherer Lernerfolg erzielt als mit traditionellem Lernen? Viele Studien zielen genau auf diesen Vergleich von Online- versus Präsenzlernen ab. Doch ist solch ein Vergleich sinnvoll?

2. Diskussion
In der Diskussion soll geklärt werden, wie die Arbeit des Arbeitskreises Medienevaluation ausgebaut werden kann. Anschließend findet eine Neuwahl der Arbeitskreisleitung statt, wobei neue Kandidat(inn)en zur Teilnahme aufgefordert werden.

Moderation: Marc Jelitto

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Wirkungsanalysen in der Praxis der Entwicklungszusammenarbeit I (C4)

14.10.2005, von 08.30 bis 10 Uhr

Wirkungsanalysen in der Praxis der Entwicklungszusammenarbeit I – vorgestellt und diskutiert anhand ausgewählter Evaluationsbeispiele

veranstaltet vom AK Entwicklungspolitik

Die Evaluation von Wirkungen stellt in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) traditionell ein zentrales Thema dar, da die EZ in der Regel zur nachhaltigen Veränderung von Strukturen, Prozessen und Verhaltensweisen beitragen will. In den letzten Jahren ist eine verstärkte Hinwendung zu dem Thema Wirkungen in der Planung und Durchführung von Projekten und Programmen zu beobachten. Damit einher gehen höhere Erwartungen an die Wirksamkeit der entwicklungspolitischen Tätigkeiten. Die Konzepte in der EZ werden zunehmend komplexer indem sie z.B. verschiedene Interventionsebenen miteinander verbinden, Akteursnetzwerke bilden und Programme anstelle von Projektansätzen verwenden. Dadurch steigen auch die Anforderungen an die Evaluation. Im Rahmen der Frühjahrstagung des AK wurden theoretische und methodische Ansätze zur Wirkungsevaluation vorgestellt. Im Rahmen der Veranstaltung der DeGEval-Jahrestagung sollen nun ausgewählte Studien zur Wirkungsevaluation in der EZ als „best practice“-Beispiele vorgestellt und diskutiert werden.

Leitung/Moderation: Prof. Dr. Reinhard Stockmann, Theo Mutter

Kontakt: Dr. Stefanie Krapp, s.krapp@ceval.de

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Wirkungen effizient vorbereiten und erfassen: Qualitätsmerkmale beim Einsatz von Peer- und Transferevaluationen (C5)

14.10., 8.30 - 10 Uhr

Wirkungen effizient vorbereiten und erfassen: Qualitätsmerkmale beim Einsatz von Peer- und Transferevaluationen

veranstaltet vom AK Berufliche und betriebliche Bildung

Der Frage nach Qualitätsmerkmalen im Prozess von Peer- und Transferevaluationen soll nachgegangen werden. Bedingungen, Aktivitäten und Resultate für gelingende Peer- und Transfervaluationen werden aufgezeigt.

  • Welche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen sind notwendig für gelingende Evaluationen?
  • Wie müssen die Evaluationen gestaltet sein?
  • Wie sind die Resultate der Evaluation einzuschätzen?
  • Was fehlt Evaluationen, damit sie ihre vollen Wirkungen entfalten können?

Vor dem Hintergrund der Kompetenzentwicklung von Evaluatorinnen und Evaluatoren im Handlungsfeld der betrieblichen und beruflichen Bildung sollen anhand der Praxisbeispiele Wege aufgezeichnet werden, wie im deutschsprachigen Raum diese Erkenntnisse für weitere Lehr- und Lernprozesse genutzt werden können.

Themen und Referenten/innen:

  • Transferevaluation: Entwicklung eines Instruments zur Erfassung von Transfer in der Bildungsarbeit der gesetzlichen Unfallversicherung - Dr. Wolfgang Gallenberger/ Kati Masuhr/ Dr. Annekatrin Wetzstein Berufsgenossenschaftliches Institut Arbeit und Gesundheit – BGAG
  • Qualitätsentwicklung durch Peer-Evaluation in der beruflichen Bildung? -
    Sven Basel, Dr. Dagmar Giebenhain TU Darmstadt, Fachgebiet Berufspädagogik,
    Mag. Maria Gutknecht-Gmeiner, Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung

Leitung und Moderation: Dr. Dorothea Schemme/BIBB, Berthold Schobert/Univation

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011

Verstehen wie Programme wirken - Modellierungen von Wirkungen über Programmtheorie II (C6)

Freitag, 14.10., 8.30 Uhr bis 10 Uhr

Verstehen wie Programme wirken - Modellierungen von Wirkungen über Programmtheorie II

veranstaltet vom AK Soziale Dienstleistungen

In der öffentlichen und politischen Diskussion zu Angeboten, Programmen und Politiken im Feld sozialstaatlicher Leistungen sind Fragen der „Wirkung“, „Effektivität“ und „Zielerreichung“ zu gewichtigen Argumenten geworden. So nachvollziehbar die Bedeutung dieser Argumente aus politischer wie auch aus fachlicher Sicht sind, so schwierig erweist es sich, komplexe Wirkungszusammenhänge empirisch angemessen beschreiben zu können: Heterogene Programme können unterschiedliche Arbeitsformen und Strategien anwenden um die gleichen Ergebnisse zu erzielen; in anderen Fällen werden vergleichbare Maßnahmen eingesetzt, um Unterschiedliches zu erreichen; wirkungsvolle Maßnahmen in einem spezifischen Kontext können sich als uneffektiv in anderen Kontexten erweisen usw.. Kausale Verknüpfungen ausfindig und überprüfbar zu machen stellt daher eine theoretische und methodische Herausforderung dar. Die theoretische Herausforderung liegt darin, die einem Programm oder einer Maßnahme zu Grunde liegenden meist impliziten Annahmen, warum bestimmte Aktivitäten bei spezifischen Zielgruppen und unter bestimmten Rahmenbedingungen zu den angestrebten Zielen führen sollen, zu explizieren (Wirkungsmodellierung). Methodisch schließt sich hier die zunächst die Frage an, mit welchen Verfahren implizite Programmannahmen erhoben und eine „Programmtheorie“ entwickelt werden kann. Insbesondere aber interessiert auch, wie diese „Programmtheorie“ in einem zweiten Schritt als Grundlage für die Beantwortung der Frage, ob Aktivitäten mit begründbarer Wahrscheinlichkeit zu beobachteten Ergebnissen beigetragen haben, in ein Erhebungsdesign eingebettet werden kann. In dieser Veranstaltung sollen Verfahren, Vorgehensweisen und Instrumente vorgestellt und im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit in den Feldern sozialer Dienstleistungen diskutiert werden.

Referate:
Susanne Giel, Institut für Soziologie, Freie Universität Berlin
„Formative Evaluation durch Entwicklung und Überprüfung der Programmtheorie – am Beispiel der Entwicklung einer online-gestützten Lernumgebung“

Dr. Heiko Behrendt, Institut für Öffentliche Dienstleistungen und Tourismus IDT-HSG, Universität St. Gallen
„Evaluation der Logik und Wirkungsweise von Programmen und Projekten – Auf der Jagd nach den Annahmen“

Moderation:
Karin Haubrich, Abteilung Jugend und Jugendhilfe, Deutsches Jugendinstitut, München (haubrich@dji.de)

Zuletzt geändert: 17. Juli 2011