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München 2013

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„Komplexität und Evaluation“

16. Jahrestagung der DeGEval – Gesellschaft für Evaluation vom 11. bis zum 13. September 2013 an der Ludwig-Maximilians-Universität München


Die 16. Jahrestagung der DeGEval – Gesellschaft für Evaluation zum Thema „Komplexität und Evaluation“ fand vom 11. bis 13. September 2013 in München statt. Ausrichter der Tagung war die Ludwig-Maximilians-Universität München, Fakultät für Psychologie und Pädagogik unter der Verantwortlichkeit von Dr. Jan Hense und Prof. Dr. Rudolf Tippelt.

Die Komplexität politischer Interventionen und Entscheidungen hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen: 

  • In vielen Politikfeldern adressieren Programme verschiedene und häufig gar widersprüchliche Ziele. Statt mit einzelnen wohl definierten Zielen haben wir es eher mit Zielbündeln zu tun. So sollen zum Beispiel im Stadtumbau Projekte nicht nur auf die Verbesserung baulicher Strukturen abzielen, sondern auch soziale, umweltbezogene und wirtschaftsfördernde Wirkungen entfalten. 
  • Komplexität zeigt sich auch bei Evaluationen von Maßnahmen, die aus Einzelmaßnahmen bestehen, also an verschiedenen Orten und von einer Vielzahl von Akteuren gleichzeitig durchgeführt werden. Eine Evaluation der Umwandlung von nordrhein-westfälischen Grundschulen in Ganztagsschulen hat es nicht nur mit dem Landesprogramm, sondern letztlich mit fast 3.000 einzelnen Schulen zu tun.
  • Auch komplexere Ansprüche auf Seiten der Auftraggebenden und die zunehmenden Einflussnahmen unterschiedlicher Interessensgruppen sind zu beachten. So können in Gesundheitsprogrammen die Interessen von Krankenkassen mit denen des Krankenhausmanagements genauso kollidieren wie mit den Interessen von Patientenorganisationen. 
  • Auftraggebende erwarten vermehrt Evaluationsdesigns, die an strengen Maßstäben langfristiger und gut ausgestatteter wissenschaftlicher Forschung orientiert sind. So werden beispielsweise von Studien in der sozialen Arbeit nicht nur (ohnehin komplexe) Wirkungsanalysen gefordert, sondern es sollen gleichzeitig Effizienznachweise geliefert werden. 
  • Kaum eine Evaluation kann es sich heute erlauben, Daten lediglich aus einer Datenquelle zu erheben. Keine Evaluation eines Technologieprogrammes würde sich zum Beispiel damit zufrieden geben, Meinungen zum Erfolg von Innovationsprojekten lediglich aus der Befragung von Projektleitungen zu gewinnen.


Dies skizziert nur einen Teil des Feldes der Komplexität in Evaluationen. Vor allem auch methodisch werden die Designs komplexer. Als Stichworte der Diskussionen in den letzten Jahren seien Mehrebenenanalysen, Netzwerkanalysen oder Methoden-Mix sowie eine verstärkte Evidenzbasierung angeführt.

Gleichzeitig zu den Herausforderungen, die sich aus komplexen Kontexten, Anforderungen und Erwartungen ergeben, bergen die genannten Entwicklungen auch Chancen für die Evaluation. Schließlich können Evaluationen einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Komplexität leisten. So können sie etwa systematisch die Wissensbasis in diffusen Handlungsfeldern verbessern, unsichere Entscheidungsprozesse informieren oder empirisch begründbare Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen.

Für die Jahrestagung 2013 in München sollte das Thema Komplexität in all seinen Facetten im Mittelpunkt stehen. Dazu gehört die Komplexität von Evaluationsgegenständen und Evaluationen in den verschiedenen politischen Feldern. Fragen stellen sich hinsichtlich der Möglichkeit adäquater, also auch nützlicher Informationsgewinnung, der Auswahl von Methoden sowie der Gestaltung von Evaluationsprozessen; dies insbesondere angesichts der Tatsache, dass Evaluationen mit relativ wenigen Ressourcen komplexe Fragestellungen beantworten müssen.

Aus dem Gesagten ergeben sich gesteigerte Anforderungen an die Ausbildung und Qualifikation von Evaluierenden, auch um mit zunehmenden Konflikten, denen sich Evaluierende, Auftraggebende und Evaluierte gegenübersehen, adäquat umgehen zu können. Schließlich müssen Evaluierende auch lernen, Ergebnisse komplexer Evaluationen komprimiert und nutzbringend zu kommunizieren.

Die DeGEval bietet mit ihren Jahrestagungen ein Forum zur Präsentation und Diskussion von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen. Auf ihrer 16. Jahrestagung begrüßte die DeGEval speziell Beiträge, die in grundsätzlicher oder feldspezifischer Weise das Tagungsthema „Komplexität und Evaluation“ entfalteten. 

Den Call for Papers finden Sie hier.

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Veranstaltungsort ist die Fakultät 11 (Psychologie und Pädagogik) der LMU, Leopoldstr. 13, 80802 München.












Kontakt:
DeGEval – Gesellschaft für Evaluation e.V.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
c/o Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ)
Forum universitatis 4
D-55099 Mainz
                                 Natalie Salf
 Tel.: +49 (0) 6131 / 2634486
Fax: +49 (0) 6131 / 39-26868
E-Mail: info@degeval.de