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Seminare

S1: Planung und Steuerung von Evaluationsprojekten - welche Gestaltungsmöglichkeiten haben EvaluatorInnen?

Ziele des Seminars

•    Die Teilnehmenden sind in der Lage Auftraggebenden das Prozedere der Zielexplikation zu erläutern und kennen Sinn und Zweck der Zielexplikation in der Planungsphase.
•    Die Teilnehmenden können bei der Planung eigener Evaluationsvorhaben ein nutzenorientiertes Vorgehensmodell anwenden.
•    Die Teilnehmenden können Hilfsmittel zur Steuerung von Evaluationsprojekten  konzipieren (Workshop, Stakeholder- und Umfeldanalyse) und wissen, in welchen Phasen eines Evaluationsprojektes diese eingesetzt werden können.

Zielgruppe des Seminars    

Anwendende, mit allgemeinen praktisch-theoretischen Vorkenntnissen im Thema
Zur Bearbeitung von Fallbeispielen im Seminar ist es weiters von Vorteil, wenn die Teilnehmenden Feldkenntnisse aus einem der folgenden Bereiche mitbringen: Berufliche Bildung, Gesundheitswesen, Schulen, soziale Dienstleistungen oder Wirtschaft.

Angabe welche Kompetenzfelder und -bereiche der Empfehlungen zur Aus- und Weiterbildung in Evaluation im Wesentlichen behandelt werden  

Praxis der Evaluation: Planung: Verhandlung mit Auftraggebenden   
Praxis der Evaluation: Planung: Untersuchungsdesign   
Theorie und Geschichte der Evaluation: Evaluationsstandards: Konfliktmanagement und Steuerung von Evaluationen

Inhalt, Ablauf und Form sowie Dokumentation des Workshops (stichwortartig)    

Inhalte
•    Die richtigen Fragen zu Beginn - die Rolle der Zielexplikation bei der Planung von Evaluationsvorhaben
•    Der nutzenorientierte Ansatz von M. Q. Patton als Vorgehensmodell in der Planung
•    Steuerung durch Beteiligung und Kommunikation in Evaluationsprojekten - mit welchen Tools können EvaluatorInnen gestalten    

Ablauf   
Um einen interaktiven Charakter des Seminars zu gewährleisten, folgen auf die Theorie-Inputs der Seminarleiterin jeweils praktische Übungen an Fallbeispielen in Kleingruppen. Die Teilnehmenden arbeiten an eigenen (falls vorhanden), ansonsten an von der Seminarleiterin eingebrachten Fallbeispielen. Die Ergebnisse der Gruppen werden im Plenum diskutiert und Fragen beantwortet.    

Dokumentation    
Als Kursunterlagen werden ein Handout der Folien, Literaturempfehlungen sowie Arbeitsunterlagen/-schemata zur Verfügung gestellt.

ReferentInnen mit workshopbezogenen Referenzen    

Vera Popper ist seit Abschluss ihres Psychologiestudiums an der Karl-Franzens-Universität Graz im Jahr 2000 als Organisationsberaterin und Evaluatorin tätig (seit 2008 selbstständig). Sie leitete Evaluationsprojekte im Bereich E-Learning, psychologische Interventionen, Change Management und Personalentwicklung für Profit und Non-Profit Organisationen. Derzeit beschäftigt sie sich im Rahmen ihrer Dissertation als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation der Universität Wien mit der Evaluation unterschiedlicher Projekte (z.B. EU-Projekt „RELOAD - Wissensaktualisierung für Beschäftigte der Bau- und Heimwerkerbranche“, p[ART] – Partnerschaften zwischen Schulen und Kultureinrichtungen, Lebensraum Schule – innovative Konzepte der Schularchitektur). Seit 2002 lehrt sie Projektmanagement an der Universität Wien.

Kontaktdaten    

    Mag. Vera Popper
    Fakultät für Psychologie
    Institut für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation
    Universitätsstraße 7
    1010 Wien
    Tel.: ++43 (0)1 4277 47395
    vera.popper@univie.ac.at

Zuletzt geändert: 20. Juli 2011

S2: Anwendung der Grounded Theory Methodologie in der Evaluation

Ziele des Seminars

Die Teilnehmenden kennen die Grundstruktur der Grounded Theory Methodologie. Sie sind für ein breites Einarbeiten und einen reflexiven Umgang mit unterschiedlichen Ansätzen sensibilisiert. Sie können Argumente von Indikation und Gegenindikation der Anwendung im Bereich der Evaluation begründet erörtern und sehen Wege der kreativen Anpassung im Rahmen spezifischer Projekte.


Zielgruppe des Seminars

Anwendende mit allgemeinen praktisch-theoretischen Vorkenntnissen zu den Themen sozialwissenschaftliche Methoden und Evaluation. Zur Bearbeitung von Fallbeispielen im Seminar ist es außerdem von Vorteil, wenn die Teilnehmenden auf Erfahrungen mit Projekten zurückgreifen können, in denen mit der Grounded Theory Methodologie gearbeitet haben oder arbeiten möchten.
Behandelte Kompetenzfelder und -bereiche der Empfehlungen zur Aus- und Weiterbildung in Evaluation
• Methodenkompetenz: angemessene Verfahren, begründete Schlußfolgerungen, Klärung der Evaluationszwecke
• Theorie und Geschichte der Evaluation: Glaubwürdigkeit und Kompetenz der Evaluatorin/des Evaluators

Inhalt, Ablauf und Form sowie Dokumentation des Workshops

Inhalte
• Einführung in Geschichte und Theorie der Grounded Theory Methodologie von 1967 bis heute
• Vergleich unterschiedlicher Grounded Theory Modelle und Probleme ihrer Anwendung in der Evaluation, Diskussion zur Indikation und Gegenindikation der Grounded Theory Methodologie im Evaluationsbereich
• Verfahren der Grounded Theory (Datensammlung, Kodieren, Memoing, Arbeit mit Atlas-ti, Netzwerke, Storyline, Reporting)
• Design-Merkmale von Evaluationsprojekten, die an der Grounded Theory Methodologie angelehnt sind

Ablauf
Das Seminar soll einen interaktiven Charakter haben. Es gibt als Präsentation einen Input der Seminarleiter, die Arbeit aber soll in Kleingruppen an konkretem Material und anhand der  Vorstellung und Diskussion von Problemen in eigenen Projekten stattfinden.

Dokumentation
Als Kursunterlagen werden ein Handout der Folien, Literaturempfehlungen sowie Arbeitsunterlagen/-schemata zur Verfügung gestellt.

ReferentInnen mit workshopbezogenen Referenzen

Charles Berg ist Erziehungswissenschaftler, er arbeitet als Assistenzprofessor an der Universität Luxemburg, er ist Mitbegründer und derzeitiger Leiter des nationalen Jungendforschungsinstituts CESIJE.
Marianne Milmeister ist Soziologin und arbeitet als Jugendforscherin an der Universität Luxemburg (CESIJE).
Gemeinsam haben die beiden Referenten einen Beitrag zum Kodieren in der Grounded Theory Methodologie verfasst. Vom CESIJE-Institut wurden bisher eine ganze Reihe von Forschungsprojekten, die sich an der Grounded Theory orientieren, sowie Evaluationsprojekte im Bildungs-, Sozial- und Jugendbereich durchgeführt und begleitet.

Kontaktperson

Yvonne Fricke
Université du Luxembourg
Centre d’études sur la situation des jeunes (CESIJE)
B.P. 2
L-7201 Walferdange

yvonne.fricke@uni,lu

Zuletzt geändert: 20. Juli 2011

S3: Datenerhebung in der Evaluation: Notwendigkeit und Umsetzungsmöglichkeiten eines Methoden-Mix bei Evaluationen

Kurzbeschreibung:

Die Datenerhebung ist bei Evaluationen von enormer Relevanz, denn Evaluationsergebnisse basieren stets auf der Analyse von Daten. Zur Anwendung kommen meist Dokumentenanalyse, Beobachtung sowie qualitative und quantitative Methoden. Da in der Evaluationspraxis die Methoden der empirischen Sozialforschung häufig nicht in ihrer „reinen“ Form angewandt werden können, haben sich in der Evaluation der Methoden-Mix sowie die Triangulation etabliert.

Ziele des Seminars:

Die Teilnehmenden haben einen Überblick über die verschiedenen Datenerhebungsmethoden, die im Kontext von Evaluationen sinnvoll eingesetzt werden können. Sie kennen die Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen sowie Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Methoden in der praktischen Umsetzung. Die Teilnehmenden können bei der Vorbereitung von Evaluationsvorhaben sinnvolle Datenerhebungsmethoden je nach Evaluationsfragen und Zielgruppen angemessene auswählen und wissen, wie hierbei der Grundstein für Triangulation gelegt wird. Die Teilnehmenden können die im Rahmen von Evaluationen gewählten Datenerhebungsmethoden kritisch bewerten und deren Angemessenheit einschätzen.
Ziel des Seminars ist nicht die konkrete Umsetzung/Anwendung einzelner Datenerhebungsmethoden (z.B. Einführung in die Fragebogengestaltung etc.)!

Zielgruppe des Seminars:

Auftraggebende von Evaluationen sowie Interessierte ohne Vorkenntnisse in Methoden der empirischen Sozialforschung.
Für die Kleingruppenarbeit wäre es von Vorteil, wenn die Teilnehmer/innen einen eigenen Evaluationsauftrag mitbringen könnten (Terms of Reference, zentrale Fragen, etc.) bzw. sich einen fiktiven Evaluationsauftrag ausdenken (d.h. vorab überlegen) könnten (zu evaluierendes Projekt, Evaluationsfragen, etc.).

Behandelte Kompetenzfelder und -bereiche der Empfehlungen zur Aus- und Weiterbildung in Evaluation
-    Methodenkompetenz: Grundzüge empirischer Sozialforschung, Untersuchungsdesign – Entwicklung und Operationalisierung von Fragestellungen & Planung empirischer Untersuchungen, Auswahl- und Messverfahren; Datenerhebung – Grundlagen von Erhebungsformen (Befragung, Beobachtung, Inhaltsanalyse)
-    Theorie und Geschichte der Evaluation: Evaluationsansätze – Theoretische und methodologische Ansätze und Modelle & Positionierung und Aufgabenstellung sowie methodische Ausgestaltung; Evaluationsstandards – Sicherung der Qualität von Evaluationen

Inhalt, Ablauf und Form des Workshops:

Einleitend wird ein Überblick über die im Kontext der Evaluationsplanung notwendige Vorbereitung der Datenerhebung gegeben (Zielexplikation, Formulierung der Fragestellung, Operationalisierung, Design) sowie die zentralen quantitative und qualitative Datenerhebungsmethoden dargestellt, wobei auf die von der DeGEval herausgegebenen Standards Bezug genommen wird. Insbesondere werden die Vor- und Nachteile sowie Möglichkeiten und Grenzen quantitativer und qualitativer Methoden in der Evaluationspraxis diskutiert. Leitfadengestützte Intensivinterviews sowie standardisierte Befragungen mit Fragebögen werden näher betrachtet und deren sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten diskutiert.
In Kleingruppen wird anhand eines (fiktiven oder realen) Beispiels einzelner Teilnehmer/innen die Umsetzung erprobt: welche Fragen können von welchen Personengruppen beantwortet werden? Welche Datenerhebungsmethode ist jeweils sinnvoll, warum? Wie kann die Datenerhebung umgesetzt werden? Wie können die Stärken einzelner Methode die Schwächen anderer ausgleichen? Die Ergebnisse der Kleingruppen werden im Plenum vorgestellt und diskutiert.
Als Kursunterlagen werden ein Handout der Folien, Literaturempfehlungen sowie weitere Handouts zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten werden dokumentiert und nachträglich ebenfalls zur Verfügung gestellt.

ReferentInnen mit workshopbezogenen Referenzen:

Alexandra Caspari ist Soziologin und seit mehr als 13 Jahren im Bereich der Evaluation mit Schwerpunkt auf Evaluationsmethoden tätig. Sie verfügt über umfangreiche Lehrerfahrung im Bereich empirische Sozialforschung und Evaluationsmethoden sowohl in der universitären Lehre als auch der berufsbegleitenden Fortbildung. Frau Caspari ist seit vielen Jahren für diverse Organisationen als Evaluatorin und/oder (Methoden)Beraterin tätig. Aktuell ist sie im Rahmen eines Drittmittelprojektes wissenschaftliche Beraterin der Evaluationseinheit von InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH. In den letzten Jahren beschäftigte sie sich insbesondere mit dem Thema Wirkungsevaluationen und den Möglichkeiten zur Berücksichtigung des Counterfactual in der Evaluationspraxis.

caspari@fb4.fh-frankfurt.de

Zuletzt geändert: 20. Juli 2011