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DeGEval-Preise

Preisträgerin des DeGEval-Medienpreises 2010

Die Preisträgerin des DeGEval-Medienpreises 2010 ist Frau Dorothea Heintze.

Hier können Sie den Radiobeitrag von Frau Heintze herunterladen (30,9 MB).

Zuletzt geändert: 25. Juli 2011

Laudatio Medienpreis

Laudatio im Jahre 2010 - Preisverleihung Medienpreis 2010

Die Jury bestand aus:

  • Sabine Fisch, Medizinjournalistin und Moderatorin (Preisträgerin des DeGEval-Medienpreises 2009)
  • Prof. Dr. Volker Gehrau, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Münster
  • Dr. Vera Hennefeld, Bereichskoordinatorin am CEval, Universität des Saarlandes
  • Prof. Dr. Wolfgang Böttcher als koordinierendes Jurymitglied des Vorstandes der DeGEval

Diese Jury begutachtete insgesamt sieben Beiträge.

Der DeGEval-Medienpreis 2010 geht an die Journalistin Dorothea Heintze
für ihr Feature "Wie hilft die Hilfe? – Entwicklungspolitik braucht langen Atem", NDR Info vom 01.02.2010 (auch: Deutschlandradio, 11.4.2010, Hintergrund Politik)

Frau Dorothea Heintze ist 1960 in Hamburg geboren und dort, unterbrochen von längeren Auslandsaufenthalten in Frankreich und China, verwurzelt. 1987 hat sie ihr Magister-Examen an der Uni Hamburg im Fach Geschichte mit den Nebenfächern Französisch und Öffentliches Recht abgelegt.

Hautberuflich arbeitet sie als Redakteurin beim evangelischen Monatsmagazin chrismon. Seit etwa 15 Jahren arbeitet sie als Freie Journalistin und Autorin unter anderem für den NDR und den Deutschlandfunk sowie für DIE ZEIT oder die Süddeutsche Zeitung, um nur einige Blätter zu nennen. Sie ist Autorin verschiedener beliebter Hamburg- Reiseführer.

Das Feature von Dorothea Heintze zum Thema: „Wie hilft die Hilfe“ wirft einen Blick hinter die Kulissen des deutschen Spendenwesens.

Was geschieht mit unseren Spendengeldern? Diese Frage stellen sich zwar viele Menschen in Deutschland, aber oft geben sie sich zu schnell mit oberflächlichen Antworten zufrieden. Wer überprüft eigentlich, ob diese Antworten stimmen? Evaluation heißt hier das Stichwort – zur Zeit ist es ein Modewort in Deutschland: Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten werden evaluiert. Kaum einer weiß jedoch, dass Evaluation in der Entwicklungszusammenarbeit schon seit Jahrzehnten praktiziert wird. Doch die Tatsache, dass viel evaluiert wird, heißt noch lange nicht, dass die Evaluationen qualitativ auf dem neuesten Stand und wissenschaftlich untermauert sind.

Der Autorin gelingt es, im Beitrag die komplizierte Konstellation einer Projektevaluation verständlich zu machen. Dabei steht zwar das Beispiel aus der Entwicklungszusammenarbeit mit einem Indischen Dorf im Zentrum. Neben den Protagonisten des Projektes selbst werden aber auch Experten in Deutschland befragt. Was macht eigentlich ein „Evaluator“, wer kontrolliert die Ergebnisse und wer sorgt für die Umsetzung? Im Beitrag wird Evaluation ausführlich thematisiert, viele Facetten von Evaluation angesprochen und auch Forderungen von AKs der DeGEval referiert. So erfährt der Radiohörer, wer vor welchem Hintergrund die Evaluation durchführt und welche Probleme dabei auftreten. Besonders interessant sind die Hinweise auf Interessenkollisionen, womit die aktuelle Diskussion um Unabhängigkeit von Evaluationen ins Spiel gebracht wird. Man erfährt, dass nach wie vor zu wenig evaluiert wird und zu wenig Wirkungsnachweise gefordert werden. Auch die Bedeutung von Partizipation im Rahmen von Evaluationen wird angesprochen.

Am Ende ergibt sich ein zwiespältiges Bild der in der Entwicklungszusammenarbeit praktizierten Evaluation. Es zeigt vor allem eines: Die Spender könnten viel aktiver bestimmen, wie ihre Gelder in den Projekten angelegt werden. Sie müssten allerdings mehr Initiative zeigen und nachfragen.

Auch aus der Perspektive eines Kommunikationswissenschaftlers, so das Jury-Mitglied Volker Gehrau in seiner Begründung, sei der Beitrag von Frau Heintze preiswürdig, weil es der Autorin gelingt, durch Kombination unterschiedlicher journalistischer Mittel ein zunächst eher 'sperriges' Thema interessant und lebensnah für das Radio aufzuarbeiten, das schließlich ohne Bilde auskommen muss.

In der Summe handelt es sich daher um einen Beitrag, der über Evaluation aufklärt, die Bedeutung von Evaluationen herausstellt und aktuelle Diskussionen aus der Evaluationscommunity aufgreift. Gemäß dem Anspruch der DeGEval soll es beim Medienpreis darum gehen, über Evaluation zu informieren und ihre gesellschaftliche Bedeutung herauszustellen. Dieser Anspruch wird, so sieht es die Jury einstimmig, im Beitrag von Frau Heintze umfassend erfüllt.

Zuletzt geändert: 25. Juli 2011