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D 1 – Methoden der Evaluationsdidaktik – Aktivierende Teaching Tools für Evaluations-Workshops und -Seminare

AK Aus- und Weiterbildung

Evaluierende benötigen ein breites Spektrum unterschiedlicher Kompetenzen für ihre Tätigkeit. Die „Empfehlungen für die Aus- und Weiterbildung in der Evaluation“ (DeGEval, 2004) nennen als zentrale Kompetenzfelder (1) Theorie und Geschichte der Evaluation, (2) Methodenkompetenzen, (3) Organisations- und Feldkenntnisse, (4) Sozial- und Selbstkompetenzen sowie (5) Praxis der Evaluation. In allen diesen Bereichen sollten angehende Evaluierende spezifische Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen erwerben, um ihrer Tätigkeit kompetent nachgehen zu können. Hilfreich ist dabei eine Didaktik der Evaluation, die den Lernenden eine multimethodische, eigenaktive und erfahrungsorientierte Auseinandersetzung mit den entsprechenden Problemen und Inhalten erlaubt (vgl. Workshop „Empfehlungen zur Didaktik der Evaluation“).

Im Workshop werden daher verschiedene beispielhafte Methoden präsentiert, die im Rahmen der Aus- und Weiterbildung in der Evaluation eingesetzt werden können. Diese sollen im Hinblick auf ihr Potenzial für verschiedene Lernkontexte, Zielgruppen und Lernziele diskutiert werden. Teilweise besteht auch die Gelegenheit, die Methoden selbst im Rahmen des Workshops zu erproben.

Einzelbeiträge und Präsentierende:

(1) Assoziations- und Reflexionsübung zu Aufgaben und Rollen von Evaluierenden
Maria Gutknecht-Gmeiner

(2) Schokoladenübung
Verena Friedrich und Wolfgang Beywl

(3) Rollenspiele „Rückmeldung negativer Evaluationsergebnisse“ und „Widerstände von Stakeholdern“

Jan Hense

Abstracts:

(1) Assoziations- und Reflexionsübung zu Aufgaben und Rollen von Evaluierenden

Maria Gutknecht-Gmeiner, Impulse – Evaluation und Organisationsberatung

Evaluierende müssen im Rahmen ihrer komplexen Tätigkeit oft eine breite Palette an verschiedenen Aufgaben und Rollen übernehmen. Durch freie Assoziationen zu bekannten Berufen entsteht ein offener, spielerischer Zugang zum Thema, die kreative Verfremdung deckt auch weniger bewusste Facetten auf. Die Übung unterstützt neben kognitiven Lernprozessen auch die affektive Auseinandersetzung mit der Tätigkeit von Evaluierenden.
In der Reflexion der Assoziationsergebnisse erschließt sich ein tieferes und gleichzeitig prägnanteres Verständnis der Anforderungen an Evaluierende. Der Vergleich mit anderen Berufen verweist auf erforderliche Sozial- und Selbstkompetenzen und förderliche Einstellungen und Haltungen (vgl. Kompetenzfeld 4 der „Empfehlungen für die Aus- und Weiterbildung in der Evaluation“, DeGEval 2004/2008). Potenzielle Rollenkonflikte und ethische Dilemmata werden sichtbar und damit der bewussten Reflexion zugänglich.

(2) Schokoladenübung
Verena Friedrich, Universität Bern & Wolfgang Beywl, Fachhochschule Nordwestschweiz

Eine zentrale Aufgabe bei der Evaluation ist es, Bewertungen vorzunehmen. In diesem Beitrag wird die Schokoladenübung vorgestellt, anhand derer angehende Evaluierende in die Logik des Bewertens eingeführt werden. Durch die praktische Durchführung einer Evaluation – der Evaluation von Schokolade – werden zentrale Begriffe wie Kriterium, Kriterienpunkt oder Indikator erarbeitet. Die Übung macht deutlich, welche Bedeutung dem Kontext zukommt, und dass Bewerten keine rezepthaft abzuarbeitende Aufgabe darstellt. Vielmehr gilt es, die Relevanz und Legitimität der spezifizierten Kriterien, der festgesetzten Kriterienpunkte, der gewählten Indikatoren etc. abzuwägen und letztendlich – trotz einer nicht perfekten Datenlage – zu einer begründeten Bewertung zu kommen.


(3) Rollenspiele „Widerstände von Stakeholdern“ und „Rückmeldung negativer Evaluationsergebnisse“

Jan Hense, Ludwig-Maximilians-Universität München

In der Interaktion mit Stakeholdern kommt es immer wieder zu Situationen, die Fingerspitzengefühl und ein diplomatisches Vorgehen erfordern (vgl. Standard D2 der Standards für Evaluation). Nicht umsonst sind Sozialkompetenzen ein wichtiges Element des Anforderungsprofils für Evaluierende. Im Beitrag werden zwei Rollenspiele vorgestellt, die angehende Evaluierende für diese Problematik sensibilisieren und konfliktvermeidende Einstellungen und Verhaltensweisen aufzeigen sollen. Die Rollenspiele thematisieren Widerstände von Stakeholdern im Vorfeld einer Evaluation sowie die Rückmeldung unerwartet negativer Evaluationsergebnisse an Programmverantwortliche.