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Sonntag, den 24. Juli 2011

Beitrag zur Jahrestagung in Lüneburg 2006

Evaluationsansätze und -erfahrungen bei Netzwerken der beruflichen und betrieblichen Bildung

Im Rahmen der 9. Jahrestagung der DeGEval in Lüneburg veranstaltete der Arbeitskreis berufliche und betriebliche Weiterbildung am 28.9.2006 einen Workshop.

1) Vernetzte Evaluation und Netzwerkevaluation

Reflexive Meta-Evaluation von Modellprogrammen zum betrieblichen Lernen ein Forschungsprojekt des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn

Präsentation des Forschungsprojekts Dr. Dorothea Schemme und Prof. Dr. Susanne Weber, Fachhochschule Fulda

In drei Modellversuchsschwerpunkten wurden seit Mitte der 90er Jahre 30 unterschiedlich akzentuierte Vorhaben zu den Themen "Erfahrungswissen", "Prozessorientierung" und "Wissensmanagement" entwickelt und erprobt. Mit dem Projekt werden Erkenntnis- und Verwertungsziele auf unterschiedlichen Ebenen verfolgt. Zum einen wird unmittelbar auf der inhaltlichen Ebene der implementierten und wissenschaftlich begleiteten Modellversuche und Programme integriert reflexiv und entwicklungsorientiert evaluiert. Zum anderen soll modellhaft eine Fundierung und Verortung des angewandten Evaluationsansatzes auf einer konzeptionellen, methodologischen und methodischen Ebene erfolgen, die eingebunden ist in den Fachdiskurs der Evaluationsforschung.
Weiterführende Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie hier!

2) Peer Review als Evaluation in Netzwerken

anhand des europäischen Modellprojekts zur Erprobung von Peer Review in der beruflichen Erstausbildung (ldV Projekt "Peer Review in initial VET")

Peer Review als externe Evaluierung von Organisationen und deren Leistungserbringung durch Peers kann auf verschiedene Art und Weise organisiert werden. In den allermeisten Fällen setzt Peer Review eine Vernetzung zwischen Einrichtungen voraus. Daher werden bei der Einführung von Peer Review meist Netzwerke vergleichbarer Einrichtungen, die dann gemeinsam Peer Review durchführen, aufgebaut. Auch haben Modellprojekte zur Umsetzung von Peer Review im Schulbereich haben folglich oft eine zweifache Zielsetzung: Mittels Peer Review soll sowohl die Vernetzung gefördert als auch eine Form der externen Evaluierung erprobt werden.

In diesem Vortrag wurden verschiedene Möglichkeiten der Vernetzung und Kooperation im Rahmen von Peer Reviews vorgestellt und anhand eines im Bereich der beruflichen Bildung angesiedelten transnationalen europäischen Projekts aufgezeigt, was ein (länderübergreifendes) Peer-Review-Netzwerk leisten kann sowohl in Hinblick auf die Ausbildung eines Kooperationsnetzwerks als auch für die Etablierung von externer Evaluation in diesem Bereich.

Präsentation des Projektes durch Maria Gutknecht-Gmeiner, Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung (öibf))

Einen weiteren Beitrag leistete die Diskussion zum Thema:

Netzwerke beraten - Netzwerke evaluieren

Am 29.9.2006 diskutierten die Kongressteilnehmenden unter der Moderation von Christoph Acker, Bundesinstitut für Berufsbildung (Bonn) mit Dr. Wolfgang Beywl, Univation Institut für Evaluation Dr. Beywl & Associates GmbH (Köln) und Dr. Michael Seligmann, Seligmann Consulting (Münster) den "Dialog im Spannungsfeld formativer und summativer Evaluationsanforderung".

Um die Evaluierbarkeit innovativer Modellprojekte sicherzustellen, ist oft intensive konzeptionelle Begleitung erforderlich. Im Vordergrund stehen die Ziel- und Konzeptklärung, darüber hinaus auch Projekt- und Qualitätsmanagement und vieles mehr. Die formative Leistung der Evaluation steht hier im Vordergrund. Rollenkonflikte und Interessenkonflikte können besonders dann entstehen, wenn diejenigen, die das Projekt in seiner Entwicklung begleiten und beraten, eine auf Rechenschaftslegung und Entscheidungsfindung abzielende Evaluation durchführen sollen. Werden Projekte von sich bildenden Netzwerken getragenen, erhöhen sich die Anforderungen an die Beratung und der Spagat zwischen formativen und summativen Evaluationsleistungen wird breiter. Dr. Wolfgang Beywl und Michael Seligmann berichteten über langjährige Erfahrungen in Beratung, Begleitung und Evaluation und zeigten ihr Handeln vor unterschiedlichen berufsbiographischen Hintergründen auf.

Folgende Fragen wurden mit den Anwesenden diskutiert:
- Wie schätzen sie die Evaluierbarkeit entstehender Netzwerke ein?
- Welche Beratungsleistungen werden angefragt?
- Wie geschieht die Steuerung/Ausrichtung der Evaluationstätigkeit?
- Wie lassen sich Beratung und Datenerhebungen verbinden?
- Welche Chancen und Grenzen eines stark beratenden Evaluationsansatzes werden gesehen?

Diskutieren sie weiter an diesem Thema im forum-evaluation!

Zuletzt geändert: Donnerstag, den 10. November 2011

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